Einige Teilnehmende verfügten bereits über jahrzehntelange Erfahrung, während andere erst seit kurzer Zeit in diesem Bereich arbeiten. Dennoch bot die flexible und interaktive Schulung allen wertvolle Informationen, um ihr Fachwissen auf den neuesten westeuropäischen Stand zu bringen oder zu halten. Zudem bot sie eine hervorragende Gelegenheit, dass Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen einander treffen und Erfahrungen austauschen – etwas, das im Alltag oft kaum möglich ist.

„Es war gut, das bereits Gelernte aufzufrischen, und gleichzeitig haben wir neue Informationen erhalten. Die praktischen Einheiten waren ausgezeichnet aufgebaut, geleitet von begeisterten Ausbilderinnen, die mit ihrer Persönlichkeit die ganze Atmosphäre gehoben haben. Für uns war das auch ein Stück Teambuilding, da es Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen zusammengebracht hat“, sagte Éva Gyöngyi, Sozialarbeiterin im St.-Elisabeth-Heim.

Die Emotionen hinter den Reaktionen

Der erste Tag konzentrierte sich auf die Betreuung geistig beeinträchtigter älterer Menschen und begann mit der Erhebung der konkreten Herausforderungen, die die Teilnehmenden im Alltag erleben. „Uns hat die Offenheit beeindruckt, mit der sie über ihre täglichen Schwierigkeiten gesprochen haben. Sie sind engagierte und hingebungsvolle Pflegekräfte, die ihre Arbeit lieben und sich ihr berufen fühlen. Doch diese Tätigkeit kann emotional und körperlich sehr belastend sein – und sie hatten den Mut, das sowohl uns als auch einander gegenüber zuzugeben. Demenz kann sich in vielen Symptomen äußern, darunter auch Aggressivität, und genau diese Situationen sind besonders schwierig zu bewältigen“, erklärte Liesbeth den Besten vom Hoornbeeck College in Gouda.

Im Rahmen der Schulung übten die Teilnehmenden mittels Rollenspielen sowohl den Umgang mit Patienten als auch die effektive Kommunikation mit ihren Bereichsleitungen. „In jeder Form der Pflege ist es wichtig, die Emotionen zu erkennen, die hinter den Reaktionen der Patienten stehen. Auch in einem vollen Tagesablauf müssen wir uns Zeit nehmen, mit ihnen zu sprechen und sie als Individuen zu verstehen. Die in eine solche Kommunikation investierte Zeit zahlt sich langfristig immer aus – sie verhindert das Anwachsen unterdrückter Wut und führt zu größerer beruflicher Zufriedenheit. Nicht zuletzt kann es einem große Kraft geben, wenn man seine Arbeit Gott anvertraut und darauf vertraut, dass Seine Weisheit einen im Alltag führt“, fügte sie hinzu.

Nur wer auf sich selbst achtet, kann gut für andere sorgen

Der zweite Tag war dem Thema Burnout gewidmet. Was ist es? Was kann es auslösen? Woran erkennt man die Anzeichen – bei sich selbst oder bei Kolleginnen und Kollegen? Die Teilnehmenden bewerteten eine Liste von Faktoren, die Burnout beeinflussen, und erhielten so ein persönliches Bild ihres eigenen Risikoniveaus. Eine Übung widmete sich dem Setzen persönlicher Grenzen, und am Ende schenkte man einander eine herzliche Umarmung.

„Ich durfte mit einem großartigen Team arbeiten, das von der Liebe zu den betreuten Menschen motiviert ist. Die Teilnehmenden zeichneten sich durch gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft aus, gemeinsam nach Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu suchen“, sagte Inge van den Broek, ebenfalls Ausbilderin am Hoornbeeck College. Sie betonte, dass die wichtigste Botschaft ihres Vortrags sei, dass man nur dann gut für Patienten sorgen könne, wenn man selbst auf seine eigenen Bedürfnisse achtet.

Der dritte Tag bestand aus Praxisbesuchen. Die niederländischen Ausbilderinnen besuchten beide Altenheime von Caritas Catolica in Großwardein, begleiteten die Arbeitsabläufe und gaben hilfreiche Rückmeldungen und Ratschläge.

Am Abschlusstag wurde der Wunsch geäußert, weitere ähnliche Schulungen zu organisieren, etwa zu Themen wie Selbsterkenntnis und persönlicher Weiterentwicklung, die wesentlich zur Burnout-Prävention beitragen würden.

Caritas Catolica bedankt sich herzlich bei den freiwilligen niederländischen Ausbilderinnen, bei der Priscilla-Stiftung für die Ermöglichung der Schulung sowie bei Ágota Jári-Ady aus Marosvásárhely für die ausgezeichnete Simultanübersetzung, ohne die diese Veranstaltung nicht so wirkungsvoll hätte sein können.